Inhaltsverzeichnis anzeigen
Ein Espresso kann süß und schokoladig, fruchtig oder kräftig röstig schmecken. Er muss nicht bei jedem Schluck bitter sein. Wenn du ihn kennenlernen möchtest, lohnt sich zuerst ein Blick auf das Getränk selbst, bevor du dich mit vielen Einstellungen beschäftigst.
Espresso ist eine Zubereitungsart
Es gibt keine eigene Pflanzenart namens Espressobohne. Auf der Packung bezeichnet „Espresso“ meist eine Röstung oder Mischung, die für diese Zubereitung gedacht ist. Sie kann Arabica, Robusta oder beide enthalten.
Eine solche Empfehlung ist für den Einstieg hilfreich. Du kannst andere Röstungen ebenfalls als Espresso zubereiten, musst aber unter Umständen Rezept und Mahlgrad stärker anpassen.

Wie ein Espresso entsteht
In einer Siebträgermaschine wird frisch gemahlener Kaffee im Sieb verteilt und verdichtet. Die Maschine drückt heißes Wasser durch diesen Kaffeekuchen. Die dabei gelösten Stoffe und feinen Bestandteile bilden das Getränk in deiner Tasse.
Eine geeignete Mühle ist dafür wichtig, weil schon kleine Mahlgradänderungen den Durchfluss beeinflussen können. Wie du die Einstellungen praktisch aufeinander abstimmst, steht im Leitfaden zur Espressozubereitung.

Was die Crema aussagt
Die Schaumschicht entsteht unter anderem durch Gase aus dem Kaffee, die sich beim Bezug im Getränk verteilen. Bohnenart, Röstung und Alter beeinflussen sie. Auch die Brühtechnik spielt eine Rolle.
Viel Crema bedeutet deshalb nicht automatisch guten Espresso. Ein Getränk mit großer Schaumschicht kann bitter oder unausgewogen sein. Rühre den Espresso vor dem Probieren vorsichtig um und beurteile den Geschmack der ganzen Tasse.


Dosis, Getränkemenge und Zeit
Ein Beispiel für einen doppelten Espresso sind 18 Gramm Kaffeemehl und 36 Gramm Getränk in der Tasse. Dieses Verhältnis von 1:2 ist ein Startpunkt, keine verbindliche Vorgabe für jede Bohne und jedes Sieb.
Die Bezugszeit hilft dir, Veränderungen zu erkennen. Sie ist aber kein Geschmacksurteil. Halte Dosis und Getränkemenge zunächst gleich und passe den Mahlgrad in kleinen Schritten an, statt nur eine bestimmte Sekundenzahl zu verfolgen.

Espresso, Ristretto, Lungo und Americano
Ein Ristretto wird im Verhältnis zur eingesetzten Kaffeemenge kürzer bezogen, ein Lungo länger. Das verändert nicht nur die Konzentration, sondern auch die Extraktion. Die Begriffe werden je nach Betrieb etwas unterschiedlich verwendet.
Ein Americano entsteht, wenn Espresso mit heißem Wasser ergänzt wird. Das ist etwas anderes, als einfach sehr viel Wasser durch denselben Puck laufen zu lassen. Wenn dir ein Espresso zu konzentriert ist, kannst du ihn versuchsweise mit Wasser verlängern.


So probierst du bewusster
Rühre kurz um und warte, bis du ohne Verbrühen trinken kannst. Achte auf Süße, Säure, Bitterkeit und Mundgefühl. Passt die Frucht zu deinem Geschmack oder wirkt sie stechend? Bleibt ein angenehmer Nachgeschmack oder trocknet der Mund stark aus?
Wenn du vergleichen möchtest, probiere zwei Sorten mit möglichst ähnlicher Zubereitung. Die Frage „Welche Tasse möchte ich austrinken?“ ist ein guter Anfang. Du musst nicht sofort einzelne Fruchtsorten herausschmecken.

Welches Gerät du dafür brauchst
Ein Siebträger bietet viel Einfluss, verlangt aber eine passende Mühle und Übung. Ein Vollautomat übernimmt mehr Schritte und liefert ein anderes Maß an Kontrolle. Eine Mokkakanne kann kräftigen Kaffee machen, ersetzt technisch jedoch keine Espressomaschine.
Für die Gerätewahl gibt es den Beitrag zur Siebträgermaschine. Wenn du vor allem Cappuccino trinken möchtest, lohnt sich außerdem der Blick auf Espresso mit Milchschaum.


Wenn du eine neue Sorte suchst, hilft dir der Kaffeeberater beim Eingrenzen nach Geschmack und Zubereitung.




