Alte und neue Kaffeebohnen mischen: Wann lohnt sich das?

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„Alte Bohnen“ kann zweierlei heißen: der frische Rest aus der vorherigen Packung oder ein seit Langem offener Vorrat. Diese Unterscheidung kommt vor der Frage nach dem Mischungsverhältnis.

Wann sich ein Versuch lohnt

Ein kleiner, bisher gut schmeckender Rest kann eine sinnvolle Probiermischung ergeben. Du musst ihn nicht allein deshalb entsorgen, weil die nächste Sorte schon bereitsteht. Wenn du die neue Sorte dagegen unverfälscht kennenlernen oder ein Rezept dafür einstellen willst, verbrauche beide besser getrennt.

Ein schon abgestandener Rest wird in der Mischung nicht frischer. Bei Feuchtigkeit, sichtbarem Schimmel oder anderen verdächtigen Merkmalen ist Mischen keine Rettung. Prüfe außerdem die Geräteeignung beider Sorten. Eine für den Vollautomaten ungeeignete beschichtete Bohne wird durch Verdünnen mit anderen Bohnen nicht automatisch passend.

So testest du die Mischung, ohne die neue Tüte zu verändern

  1. Eine Gesamtportion nach deinem bewährten Rezept wählen. Wiege beide Bestandteile getrennt ab. Nicht nach Augenmaß direkt in den vollen Bohnenbehälter schütten.
  2. Ein einfaches Verhältnis notieren. Wenn dein Rezept beispielsweise insgesamt 18 Gramm Kaffee verwendet, ergeben 9 Gramm Rest und 9 Gramm neue Sorte einen 1:1-Versuch. Die 18 Gramm sind nur ein Rechenbeispiel, keine Empfehlung für jedes Gerät.
  3. Nur mit einer dafür geeigneten Mühle portionsweise mahlen. Ist dein Gerät nicht für so kleine Einzelmengen vorgesehen, prüfe die Mindestfüllung und den beschriebenen Bohnenwechsel. Die Mischung für einen einzelnen Bezug in einen noch gefüllten Behälter zu geben ergibt keinen kontrollierten Versuch.
  4. Vergleichbar zubereiten. Halte Gesamtdosis, Wassermenge und Methode zunächst wie gewohnt. Notiere Verhältnis, Mahlgrad und Geschmack. Änderst du das Verhältnis, lass die übrigen Bedingungen erst einmal gleich.

Was bei sehr verschiedenen Röstungen passieren kann

Zwei Kaffees, die einzeln unterschiedliche Einstellungen brauchen, haben als gemeinsam gemahlene Mischung nur eine gemeinsame Einstellung. Du suchst also einen passenden Kompromiss. Das kann schmecken; es gibt aber keinen rechnerischen Mittelwert der beiden Mahlgradzahlen, der das Ergebnis garantiert.

Für den ersten Versuch sind zwei Kaffees mit ähnlicher vorgesehener Zubereitung übersichtlicher als ein sehr heller Filterkaffee und ein dunkler Espresso. Wenn eine Komponente geschmacklich dominiert, probiere bei der nächsten kleinen Portion weniger davon. Falls die Kombination auch nach einer gezielten Korrektur nicht gefällt, verbrauche die Reste getrennt, statt die ganze neue Packung darauf abzustimmen. Die Unterschiede der Röstungen erklärt der Ratgeber zum Röstgrad.

Warum Nachfüllen im Behälter keine feste Mischung ergibt

Ein Rest unten und neue Bohnen oben sind kein dokumentiertes Mischungsverhältnis. Außerdem kann noch Kaffee der vorherigen Sorte im Mahlweg stecken. Die ersten Portionen sind damit nicht verlässlich repräsentativ für deine beabsichtigte Kombination. Wenn du ausdrücklich nur die neue Sorte trinken möchtest, hilft die Anleitung zum vollständigen Bohnenwechsel.

Wie du eine gelungene Mischung aufbewahrst

Mische nur so viel, wie du zeitnah brauchst, und notiere beide Kaffees, Verhältnis und Mischdatum. Das Mischdatum setzt das Alter der älteren Komponente nicht zurück. Für die Aufbewahrung gelten weiterhin trockene, geschützte Bedingungen; die ausführlichen Schritte stehen im Ratgeber zur Lagerung von Kaffeebohnen.

Behalte die Originalpackungen bis zum Verbrauch. Wenn dir eine Mischung besonders gut gefällt oder eine Auffälligkeit auftritt, kannst du die verwendeten Chargen damit noch zuordnen.

Quellen